Bluthochdruck

©iStockFoto

Bluthochdruck

Fachleute gehen davon aus, dass mindestens ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung Österreichs an arterieller Hypertonie (Bluthochdruck) erkrankt ist.

Bei den über 60-Jährigen ist schon etwa die Hälfte betroffen. Somit ist Bluthochdruck in Österreich – wie in vielen anderen westlichen Industrie­nationen auch – eine Volkskrankheit und laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) der bedeutendste kardiovaskuläre Risikofaktor.

Das Wichtigste in einer Minute

  • Liegen die Blutdruckwerte wiederholt bei 140/90 mmHg oder darüber, spricht man von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie).
  • Etwa zwei Drittel aller Schlaganfälle und die Hälfte aller Herzinfarkte lassen sich auf Bluthochdruck zurückführen.
  • Der optimale durchschnittliche Blutdruck eines erwachsenen Menschen liegt bei 120/80 mmHg.
  • Die Entscheidung, ob der Blutdruck behandlungsbedürftig ist oder nicht, hängt nicht nur von der Druckhöhe ab, sondern vom Gesamtrisiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dieses Risiko ist auch durch begleitende Krankheiten, wie zum Beispiel durch chronische Niereninsuffizienz, Fettleibigkeit oder Typ-2-Diabetes, erhöht.

Blutdruck – was ist das?

Die Blutgefäße in unserem Körper bilden ein weit verzweigtes, flexibles Gefäßsystem mit dem Herz als zentrale Pumpstation. Über die Arterien wird sauerstoff- und nährstoffreiches Blut zu den Organen transportiert. Von den Organen fließt das Blut dann über die Venen zum Herz zurück. Damit das Blut auch die entlegensten Winkel unseres Körpers erreicht, muss im Kreislauf ein bestimmter Druck vorherrschen.
Der Blutdruck ist keine stabile Größe, er schwankt in Abhängigkeit von der Leistung, die das Herz-Kreislauf-System erbringen muss. So ist der Blutdruck bei gesunden Menschen im Schlaf niedriger als tagsüber und in Ruhe niedriger als bei körperlicher Anstrengung. Der optimale durchschnittliche Blutdruck eines erwachsenen Menschen liegt bei 120/80 mmHg, wobei die erste Zahl – der systolische Wert – dem Druck in der Anspannungsphase des Herzens (Systole) entspricht. Die zweite Zahl – der diastolische Wert – steht für den Druck in der Entspannungsphase (Diastole).

Wann ist der Blutdruck zu hoch?

Dass der Blutdruck situationsabhängig ansteigt, ist normal. Unter krankhaftem Bluthochdruck versteht man die Erhöhung des Blutdrucks auf Werte, die zu einer Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems führen. Erst wenn die Blutdruckwerte einer Patientin oder eines Patienten wiederholt bei 140/90 mmHg oder darüber liegen, spricht man definitionsgemäß von einer arteriellen Hypertonie. Die Betonung liegt dabei auf „wiederholt“, denn um eine arterielle Hypertonie zu diagnostizieren, genügt es nicht, den Blutdruck nur einmal zu bestimmen. Dazu müssen mehrere Messungen durchgeführt werden, am besten zu unterschiedlichen Tageszeiten.
Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind:

  • das männliche Geschlecht
  • Höhe des systolischen und diastolischen Blutdrucks
  • Männer älter als 55 Jahre
  • Frauen älter als 65 Jahre
  • Rauchen
  • Fettstoffwechselstörungen
  • frühzeitige Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie
  • Bauchfettleibigkeit (Bauchumfang bei Männern = 102 cm, bei Frauen = 88 cm)
  • Plasmaglukose nüchtern 5,6-6,9 mmol/l (102-125 mg/dl) oder pathologische Glukosetoleranz (Vorstufe des Typ-2-Diabetes)
  • chronische Nierenerkrankungen

Welche Folgen hat ein dauerhaft erhöhter Blutdruck?

Das Gefährliche an der arteriellen Hypertonie ist, dass sie oft über Jahre hinweg ohne Beschwerden verläuft. Jeder dritte Betroffene weiß nichts von seiner Erkrankung. Bleibt Bluthochdruck unbehandelt, kommt es im Laufe der Zeit allerdings zu einer nachhaltigen Schädigung von Herz und Gefäßen. Die flexible Wand der Blutgefäße wird starrer, sie verhärtet, verdickt und verengt sich. Durch diesen Vorgang verschlechtert sich die Durchblutung verschiedenster Organe – etwa von Herz, Gehirn, Nieren und Augen. Rund zwei Drittel aller Schlaganfälle und die Hälfte aller Herzinfarkte sind auf Bluthochdruck zurückzuführen.

Bei Personen mit arterieller Hypertonie vergrößert und verdickt sich mit der Zeit auch die linke Herzkammer, da sie ständig gegen den erhöhten Druck im Körperkreislauf anpumpen muss. Das langfristige Resultat ist häufig eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Aufgrund der Schwere der Folgeerkrankungen (Schlaganfall, Herzinfarkt) muss eine arterielle Hypertonie unbedingt behandelt werden. Dazu stehen heutzutage verschiedene Medikamente zur Verfügung. Sollte dadurch noch keine Kontrolle des Bluthochdrucks erreicht werden, steht mit der Nierenarterienablation ein neues Verfahren zur Behandlung einer unkontrollierten Hypertonie zur Verfügung. Vielfach genügen aber schon Veränderungen des Lebensstils, um den Blutdruck wieder auf normale Werte zu senken.

Wie wird eine Hypertonie behandelt?

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt können abklären, ob tatsächlich ein Bluthochdruck vorliegt. Noch besser ist es, den Blutdruck jedes Jahr ärztlich kontrollieren zu lassen. Durch diese Vorsorgemaßnahme lässt sich die „stille“ Erkrankung erkennen und rechtzeitig behandeln, noch bevor sich Folgeerscheinungen an Gefäßen und anderen Organen einstellen. Wenn der Blutdruck so hoch ist, dass es zu einer akuten Schädigung des Körpers kommen kann, wird sofort mit einer blutdrucksenkenden Therapie begonnen.
Bei Menschen mit einer sekundären Hypertonie muss die auslösende Erkrankung therapiert werden. Gelingt das, normalisiert sich der Blutdruck im Regelfall wieder. Bei Patientinnen und Patienten mit einer essenziellen Hypertonie wird vorerst versucht, der Erkrankung durch Änderungen in der Lebensführung beizukommen.
Reichen die genannten Veränderungen des Lebensstils nicht aus, werden zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente (Antihypertensiva) eingesetzt.

Was können Sie selbst tun?

Auch wenn es für Menschen mit Bluthochdruck unterstützende Schulungen gibt – eingefleischte Verhaltensweisen umzustellen, ist keine einfache Aufgabe. Wenn Sie versuchen, gleichzeitig mit dem Rauchen aufzuhören, sich gesünder zu ernähren, mehr Sport zu betreiben und Gewicht zu verlieren, wird Ihnen das vermutlich nicht oder nur kurzfristig gelingen. Es bedarf meist vieler kleiner Schritte, um den Lebensstil nachhaltig zu ändern. Aber es lohnt sich, denn allein durch diese Maßnahmen lässt sich der Blutdruck bei nahezu jeder betroffenen Person deutlich senken, nicht selten sogar auf normale Werte, und damit kann das Risiko hinsichtlich Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall, deutlich reduziert werden.