Brustkrebs

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Mamma-Screening

Brustkrebs (Mammakarzinom) stellt bei Frauen in der westlichen Welt nach wie vor die häufigste Krebsart dar.

In Österreich erkrankt laut Statistik fast jede neunte Frau im Laufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom, jährlich werden allein in Österreich nahezu 5000 neue Fälle von Brustkrebs diagnostiziert. Die frühzeitige Erkennung von bösartigen Veränderungen der Brust – idealerweise in einem Stadium, in dem die betroffene Frau noch keine Symptome verspürt – ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung.
Um dieses Ziel zu erreichen, sollten Frauen ihre Brüste regelmäßig durch eine Fachärztin oder einen Facharzt untersuchen lassen. Dabei stehen zwei Verfahren im Mittelpunkt der ärztlichen Vorsorgeuntersuchung: die Mammografie und die Tastuntersuchung der Brüste. Bei der klinischen Untersuchung der Brüste tasten die Ärztin oder der Arzt nach auffälligen Knoten oder Verhärtungen im Brustgewebe. Weiters wird auf eventuell vorhandene Einziehungen der Haut oder Absonderungen aus den Brustwarzen geachtet. Ab dem 30. Lebensjahr wird im Allgemeinen eine einmal jährliche Brustuntersuchung bei der Gynäkologin oder dem Gynäkologen empfohlen.
Das höchste Risiko für diese Erkrankung weisen Frauen auf, in deren Verwandtschaft Brustkrebs bereits aufgetreten ist. Sind keine Risikofaktoren gegeben, sollte zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr damit begonnen werden, einmal monatlich – am besten am siebten Zyklustag – eine Selbstuntersuchung der Brust durchzuführen. Ergänzend kann einmal jährlich eine Tastuntersuchung durch die Ärztin oder den Arzt erfolgen.
Die Mammografie, also die Röntgenuntersuchung der Brust, wird ab dem
40. Lebensjahr alle ein bis zwei Jahre empfohlen. Ergänzend kann eine Mamma-sonografie (Brustultraschall) durchgeführt werden.

Erhöhtes Risiko für Brustkrebs

Bestehen bei einer Patientin Risikofaktoren für Brustkrebs, sind früher einsetzende beziehungsweise engmaschigere Kontrollen vorgesehen.

Ein erhöhtes Risiko liegt vor bei:

  • eine Verwandte mit Brustkrebs unter 60 Jahren (gering)
  • zwei Verwandte mit Brustkrebs unter 60 Jahren oder eine Verwandte unter 50 Jahren (mäßig)
  • drei Verwandte mit Brustkrebs unter 60 Jahren oder zwei Verwandte unter 50 Jahren oder eine Verwandte unter 35 Jahren (stark – genetische Beratung empfohlen)
  • DCIS (Ductales Carcinoma in situ) in der Eigenanamnese (stark)
  • hohe Brustdichte (gering)

Bei stark erhöhtem Risiko können Tamoxifen (Anti-Östrogen) für fünf Jahre oder gegebenenfalls eine operative Prävention (präventive Mastektomie) zur Vorsorge durchgeführt werden.

Was Sie selbst zur Vorsorge tun können

Allgemeine Vorsorgemaßnahmen, wie körperliche Aktivität, können das Risiko für Krebserkrankungen reduzieren, zum Beispiel bei Brustkrebs um bis zu 40 Prozent. Alkohol und Nikotin hingegen erhöhen das Erkrankungsrisiko. So steigt das Risiko für Brustkrebs mit jedem Glas Wein, das man trinkt – geringfügig, aber doch.Selbst vorsorgen kann man durch:

  • körperliche Aktivität
  • Gewichtsreduktion unter einen Body Mass Index von 25 kg/m3
  • Limitierung des Alkoholkonsums
  • Rauchstopp

Früherkennung bei Brustkrebs

  • regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust

Früherkennung beim Arzt

  • einmal jährlich Tastuntersuchung der Brust und der Achselhöhlen
  • ab dem 40. Lebensjahr alle ein bis zwei Jahre zur Früherkennungsmammografie (gegebenenfalls mit Mammasonografie)
  • MRT nur, wenn Mammografie und Mammasonografie mit unklarem Ergebnis

Früherkennung bei stark erhöhtem, familiärem Risiko

  • einmal jährlich Mammografie und MRT
  • Beginn fünf Jahre vor dem ersten Erkrankungsfall