Demenz

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Demenz – Was ist das eigentlich?

Die Diagnose einer demenziellen Erkrankung oder einer verwandten Krankheit wird dann gestellt, wenn die Patientin oder der Patient deutliche Zeichen verminderter Gedächtnisleistung, eingeschränkter Denkmöglichkeiten und Störungen in seinem Verhalten aufweist.

Neben den primär degenerativen Ursachen können auch neurologische Erkrankungen, psychiatrische Krankheiten wie Depressionen, internistische Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen sowie die chronische Einnahme bestimmter Medikamente zu Beeinträchtigungen des Gedächtnisses führen.

Aus Erwartungsangst und aufgrund von Verdrängung kommt es häufig zu einer verzögerten Thematisierung einer beginnenden Demenz. Auf der anderen Seite deuten Patientinnen und Patienten und Angehörige oft voreilig diverse Symptome in diese Richtung. Aber: Nicht jede Gedächtnisstörung lässt auf die Diagnose Demenz schließen. Vielfach sind die geschilderten Probleme auch durch Behandlung zugrunde liegender Erkrankungen oder durch Optimierung von medikamentöser Therapie, die für andere Diagnosen notwendig sein mag, verursacht und somit auch beseitigbar.

Tipps zur Vorbeugung

  • gesunde Ernährung
  • Vermeidung von Übergewicht
  • körperliche Tätigkeit, Ausdauersport
  • viele Sozialkontakte
  • gute Stressbewältigung
  • Humor
  • geistig anregende Tätigkeiten

Wie erkenne ich Demenz?

Anzeichen im frühen Stadium:

  • Schwierigkeiten beim Sprechen sowie bei Entscheidungen
  • deutliche Beeinträchtigung des Gedächtnisses, vor allem des Kurzzeit-gedächtnisses
  • Zeitgefühl- und Orientierungsprobleme
  • fehlende Initiative oder Motivation
  • Anzeichen von Depression oder Aggression

Im mittleren Stadium hat der Patient bereits Schwierigkeiten bei alltäglichen Verrichtungen:

  • Die Erinnerungen vor allem in Bezug auf Ereignisse und Namen aus der unmittelbaren Vergangenheit werden immer eingeschränkter.
  • Der Alltag (einkaufen, putzen, kochen) ist nicht mehr ohne Schwierigkeiten zu bewältigen.
  • Die Abhängigkeit von anderen Personen wird immer stärker: Fürs Anziehen, Waschen und beim Toilettengang wird Hilfe benötigt.
  • Die Sprachprobleme, der „Wandertrieb“ und andere Verhaltensstörungen nehmen zu.
  • Die Orientierungsprobleme häufen sich.
  • Halluzinationen und Wahnvorstellungen können auftreten.

Das späte Stadium führt in die völlige Abhängigkeit und Inaktivität des Patienten:

  • Die Nahrungsaufnahme ist mit großen Schwierigkeiten verbunden.
  • Angehörige, Freunde und vertraute Dinge werden nicht mehr erkannt.
  • Ereignisse werden kaum mehr verstanden und richtig gedeutet.
  • Das Gehen fällt schwer, die Patientinnen und Patienten sind an den Rollstuhl oder ans Bett gebunden.
  • Der körperliche Verfall wird deutlich.
  • Häufig fallen die Patientinnen und Patienten durch aufsehenerregendes Benehmen in der Öffentlichkeit auf.

Sollten Sie die angeführten Merkmale bei einem Ihnen nahestehenden Menschen bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Sie erhalten gezielte Hilfe und Beratung. Besonders geschult und qualifiziert bei Verdacht auf Demenz sind Ärztinnen und Ärzte mit Geriatrie-Diplom der Ärztekammer sowie Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie.