Menopause

Die Wechseljahre

Die Zeit hormoneller Umstellung um das 50. Lebensjahr einer Frau wird als Wechseljahre oder Menopause bezeichnet.

Mit dem Absinken weiblicher Sexualhormone im Blut gehen einige körperliche Veränderungen einher, die bei vielen Frauen zu Beschwerden führen. Häufig kommt es zu Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme oder trockenen Schleimhäuten.
Bei etwa einem Drittel der Frauen in den Wechseljahren sind die Symptome stark ausgeprägt, bei einem Drittel nur leicht, und die restlichen Frauen leiden gar nicht unter der hormonellen Veränderung. Bei vielen Frauen dauern die Beschwerden nur wenige Jahre an, in etwa 10 Prozent der Frauen zeigen jedoch auch nach mehr als zehn Jahren noch deutliche Symptome. Stärkere Wechselbeschwerden können am effektivsten durch die medikamentöse Gabe von Sexualhormonen gelindert werden.

Welche hormonellen Veränderungen finden statt?

Während des gebärfähigen Lebensabschnitts steuern Hormone den weiblichen Zyklus, die im Gehirn (Zwischenhirn und Hirnanhangdrüse) und den Eierstöcken gebildet werden. Unter dem Einfluss des Follikel stimulierenden Hormons (FSH) reifen Eizellen in den Eibläschen (Follikeln) heran. Diese produzieren Östrogen, das zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut führt und bei entsprechender Höhe das Gehirn zur Auslösung des Eisprungs (Ovulation) veranlasst.
Der zurückbleibende Gelbkörper produziert Progesteron, das die Gebärmutterschleimhaut für eine Schwangerschaft vorbereitet. Tritt diese nicht ein, versiegt die Progesteronproduktion, und die Gebärmutterschleimhaut wird in der Regelblutung (Menstruation) abgestoßen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Empfindlichkeit der Eierstöcke gegenüber der hormonellen Stimulation ab. Der Eisprung findet seltener statt, und die Produktion von Östrogenen in den Eibläschen sinkt.
Unregelmäßige Monatszyklen mit länger ausbleibenden oder stärkeren Blutungen können erste Anzeichen des Wechsels sein. Ärztinnen und Ärzte nennen diese Phase Perimenopause. Sie kann sich über mehrere Jahre erstrecken.
Etwa ab dem 34. Lebensjahr sinkt die Fruchtbarkeit bei Frauen mit jedem Jahr deutlich, erste Schwangerschaften nach dem 44. Lebensjahr sind eine Seltenheit. Trotzdem ist gerade bei Frauen mit mehreren Kindern auch noch spät eine Schwangerschaft prinzipiell möglich, sodass die Verhütung nicht ganz außer Acht gelassen werden kann.

Wann beginnt die Menopause?

Das durchschnittliche Alter bei der letzten Periodenblutung liegt bei 51 bis 52 Jahren. Aber auch eine frühere Menopause ab dem 45. Lebensjahr gilt als normal. Bis zum 55. Lebensjahr sind fast alle Frauen in den Wechseljahren. Nur bei etwa 1 Prozent der Frauen tritt die Menopause sehr früh, noch vor dem 40. Lebensjahr, ein (prämature Ovarialinsuffizienz = vorzeitige Wechseljahre). Wegen der starken erblichen Komponente liegt das eigene Alter bei der Menopause häufig nahe bei dem Alter, das Mutter oder Schwester bei ihrer Menopause hatten/haben.
Angesichts unregelmäßiger Zyklen ist der genaue Zeitpunkt der Menopause erst nach einem Jahr ausbleibender Blutungen sicher. Blutungen, die nach einem längeren Intervall auftreten, sind möglicherweise ein Krankheitszeichen und müssen frauenärztlich abgeklärt werden.
In der Zeit nach der Menopause (Postmenopause) bleibt die hormonelle Stimulation der Eireifung noch lange erhalten, während die Antwort aus dem Eierstock ausbleibt. Im Labor zeigt sich das daran, dass die Blutspiegel des FSH hoch sind, während Östrogenspiegel fast nicht mehr nachzuweisen sind. Auf diese Veränderung der hormonellen Situation reagieren viele Frauen mit Beschwerden, die bis hin zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen können. Ist die Umstellung aber nach einigen Jahren vollzogen, haben viele Frauen eine ausgesprochen gute Lebensphase mit viel Lebensfreude und einer gewissen Gelassenheit.
Zu einer abrupten Menopause kann es nach chirurgischen Eingriffen an den Eierstöcken kommen (zum Beispiel bei Endometriose) sowie nach einer Chemotherapie oder Antihormontherapie im Rahmen der Behandlung von Krebs, zum Beispiel Brustkrebs. Auch Bestrahlungen können die Eierstöcke und deren Hormonproduktion schädigen. Die Beschwerden sind bei einer solchen plötzlich eintretenden Menopause durch den abrupten Hormonentzug verstärkt.
Frauen, die Hormone zur Empfängnisverhütung oder Zyklusregulation einnehmen, haben auch bei schwindender Eierstockfunktion unverändert regelmäßige Blutungen. Im entsprechenden Alter kann es daher sinnvoll sein, die Eierstockfunktion und die Notwendigkeit einer Verhütung durch die „Pille“ zu überprüfen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Die Gynäkologin oder der Gynäkologe können den Beginn der Wechseljahre oder deren Stadium anhand von Hormonmessungen bestimmen. Bei einer Blutuntersuchung wird der FSH-Spiegel ermittelt, der bei abnehmender Eierstockfunktion stark ansteigt. Der Östrogenspiegel ist erniedrigt. Üblicherweise reicht jedoch das Vorhandensein der typischen Beschwerden im entsprechenden Alter aus, um den Beginn der Wechseljahre festzustellen. Das Ausbleiben der Periode für ein Jahr rechtfertigt dann die „Diagnose“ der Menopause.
Bei Regelbeschwerden und/oder ungewöhnlichen Blutungen ist zusätzlich zur jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung ein Besuch bei der Gynäkologin oder dem Gynäkologen sinnvoll. Bei einer gynäkologischen Untersuchung können andere Ursachen als die bevorstehende Menopause abgeklärt werden.