Präventiv handeln – vor HIV/AIDS schützen

Präventiv handeln – vor HIV/AIDS schützen

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HIV/AIDS ist behandelbar geworden, aber immer noch unheilbar.

Entscheidend für die Übertragung ist nicht die sexuelle Orientierung – ob hetero-, homo- oder bisexuell –, sondern das eigene Verhalten: Zeigen Sie Verantwortung für sich und Ihre Partnerinnen und Partner, sorgen Sie vor – mit „Safer Sex“.

Was ist HIV/AIDS überhaupt?

HIV = Human Immunodeficiency Virus (Menschliches Immunschwächevirus)
AIDS = Acquired Immune Deficiency Syndrome (Erworbenes Immunschwächesyndrom)

HIV-positiv ist nicht gleich AIDS-krank. HIV-infiziert/HIV-positiv bedeutet, dass eine Ansteckung mit dem HI-Virus erfolgt ist, aber der Betroffene keine Beschwerden oder Krankheitsanzeichen hat. AIDS-krank/Vollbild AIDS bedeutet, dass bereits Krankheitssymptome oder Folgeerkrankungen vorliegen.

Auf welchen Infektionswegen kann ich mich anstecken?

Ein Risiko besteht dann, wenn Körperflüssigkeiten, die genügend HI-Viren für eine Ansteckung enthalten, in den Körper des anderen gelangen, etwa durch die Schleimhäute, zum Beispiel in Mund, Scheide, After, Augen oder durch eine Wunde.
Ausreichend Viren für eine HIV-Übertragung sind in Samen- und Scheidenflüssigkeit, Lusttropfen (Präejakulat), Blut (auch im Menstruationsblut) und in der Muttermilch sowie Rückenmarksflüssigkeit enthalten.
Die meisten HIV-Infektionen passieren beim ungeschützten Sex:

  • ungeschützter Oralverkehr (Kontakt Mund – Scheide/Penis): Das Risiko betrifft die aktive Partnerin/den aktiven Partner, ist aber gering, wenn dabei weder Sperma noch Menstruationsblut in den Mund gelangen.
  • ungeschützter Vaginalverkehr (Penis in Scheide): Dies bedeutet für beide Beteiligten ein hohes Risiko.
  • ungeschützter Analverkehr (Penis in Anus): Das Infektionsrisiko ist besonders hoch, vor allem für die passive Partnerin/den passiven Partner.

Nähere Informationen zu weiteren Infektionswegen finden Sie unter: www.aids.at.

Keine Ansteckungsgefahr gibt es bei:

  • Händeschütteln, Umarmungen, Küssen, Streicheln und Petting – alles ist erlaubt: HIV ist bei Sozialkontakten nicht übertragbar.
  • Auch bei der Benützung von öffentlichen Toiletten, Sauna, Hallenbad oder durch Anhusten oder Anniesen ist das HI-Virus nicht übertragbar.
  • In Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit, Urin und Kot ist die HI-Virusmenge für eine Ansteckung zu gering.

Safer Sex

„Safer Sex“ lautet das Schlagwort: Darunter ist jede Sexualpraktik ohne Austausch von Genitalsekreten beziehungsweise die Benutzung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr zu verstehen. Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das neben einer ungewollten Schwangerschaft auch das Risiko einer Übertragung von HIV verhindert.

Befürchten Sie eine Ansteckung mit HIV?

Bei den meisten Menschen kommt es ein bis zwei Wochen nach einer Ansteckung im Rahmen der „akuten HIV-Infektion“ zu Symptomen ähnlich jenen einer Grippe (Fieber, Lymphknotenschwellung, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, gelegentlich Hautausschlag). Wenn Sie nach einer Risikosituation solche Krankheitszeichen bemerken, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder die Aids Hilfe Wien aufsuchen. Je eher eine HIV-Infektion erkannt wird, desto besser.